Trotz meiner langen Abwesenheit von diesem Medium wird es kein größeres Update geben. Dieser Blog war als Protokoll meiner Tätigkeiten in Ungarn gedacht und wird es auch bleiben. Daher finden die Weihnachts / Silvester / Jahresanfangs – streifzüge hier keinen angemessenen Ort. Wer will kann dies zum Anlass nehmen, mich auf anderen Medien und Wegen zu kontaktieren. Zum Beispiel nehme ich gerne Telefongespräche via Skype entgegen, mein Benutzername lautet „aesop-” und ich bin häufig abends online. Sogar mein Vater hat inzwischen ein installiertes Mikrophon, insofern sollte es für den Rest der Welt auch kein Hindernis darstellen. Aber, um kurz meine Befindlichkeit darzustellen: Ich bin sehr zufrieden mit den drei Wochen, die hinter mir liegen. Zunächst verbrachte ich einige Zeit in Hamburg, mit produktiver Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, dieses gefeiert habend, samt anschließender Geburtstagsfeier meiner Edinburgher Cousine, lag die Silvesterfeier bei Steffi in Mannheim an. Danach dann das Januarseminar der CJD Studentenschaft auf Burg Liebenzell und schließlich heute die Rückreise nach Budapest. In gewisser Weise bin ich nun drei Wochen entfernt von ungarischer Sprache und Kultur, entrückt aus der Welt, in die ich eintauchen wollte. Doch wie es mit vielen guten Vorsätzen ist, sie relativieren sich irgendwann. Jetzt freue ich mich, dass ich soviele liebe Menschen in Deutschland habe, die ich gerne sehe, die mich gerne bei sich aufnehmen, und deren einziger Makel ist, dass ich sie nicht jede Woche sehen kann, da sie über die Republik verstreut leben. Auf diese erfreuliche Situation mit Selbstisolierung zu reagieren wäre doch irgendwie Selbstmord, daher akzeptiere ich freudig, dass ich weiterhin hin und wieder nach Deutschland pendeln werde.
Mein Gepäck hat sich allerdings rapide vermehrt auf dieser Reise. Nützliches und Notwendiges sind hinzugekommen, Gewünschtes und Ersehntes. Für baldige Berg- und Taltouren habe ich mir endlich Schlafsack und Isomatte eingepackt, aus der Einkleidungsfreude von Schwesterlein Anna und meiner Oma sind noch einige Kleidungsstücke entwachsen. Einige Bücher, ein Quintenzirkel für Gitarre. Eine Gitarre. Ein Paar Schlittschuhe, die ich in einer Karlsruher Nacht- und Nebelaktion noch erworben habe, fünf Minuten über Ladenschluss, gleich im Anschluss in der Karlsruher Innenstadt ausprobiert und für gut befunden. Sobald ich mein Heim erreiche wird ein dreifaches „Amen” fällig werden, da ich dann tatsächlich diesen Berg von Sachen heimgeschafft habe. Was noch fehlt ist eine lustige schottische Mütze, die ich demnächst ordern werde und die dann mein sich leerendes Haupt verziert.
Was habe ich in diesem neuen Jahr vor? Als erstes, viel meine Schlittschuhe nutzen, solange die Eisbahn bei mir um die Ecke noch Spuren von Betrieb zeigt. Wenn alles gut geht wird meine Mitläuferin und Mitkonzertgängerin Dagmara auch entsprechend ausgestattet sein und wir können uns einen schönen Spätwinter machen. Mein nächster Vorsatz, vom Unwichtigen zum Wichtigeren fortschreitend, ist die Aufnahme einer weiteren fernöstlichen Kampfkunst, diesmal Ninjutsu. Auf einer Party vor einiger Zeit hatte ich mich sehr angenehm mit einem anderen Kampfkünstler unterhalten und viele Gemeinsamkeiten festgestellt, die ich nun ausloten werde. Angeblich geht es mit sehr basalem Training los, Fallübungen und derartiges, aber ich habe ja bereits die Erfahrung gemacht, dass sehr grundlegende Bausteine sich letztendlich zu einem hocheffizienten System zusammensetzen lassen, im Fall von Wing-Tsun. Sobald ich zuhause eintreffe werde ich Erkundigungen einziehen, ob es möglich ist, an einem Intensivsprachkurs teilzunehmen, der bereits seit Semesterbeginn läuft. Lehrer ist unter anderem Levente, mit dem ich schon im Intensivkurs die Ehre hatte, der sehr lebendig und konversativ den Unterricht gestaltet. So das möglich ist werde ich also bis zum Semesterbeginn der ELTE, das ist Mitte Februar, noch eine Runde Intensivungarisch lernen. Für das gesamte zweite Semester Ungarisch ist der Imperativ vorgesehen, den ich aber auch gerne vorweg lerne, und was mich ein wenig frappiert, ich meine, nur die Imperativformen, ein gesamtes Semester? Punkt vier ist natürlich weiter erfolgreich an der CEU zu studieren, wo es jetzt, wie vorher, mit Alcinous weitergeht, und von Locke zu Berkeley fortschreitet. Fünftens steht natürlich die Überlegung zu meiner Magisterarbeit an, auf die ich mich hier ja vorbereiten will. Das Seminar zur Neuzeit hat mir da einige neue Ideen gegeben, und ich will ausloten, was sich damit anfangen lässt. Dies liest sich vielleicht wie eine Vorsatzliste zum neuen Jahr, und so ist sie vielleicht auch gemeint, hier in der Öffentlichkeit abgelegt um den Fortschritt zu dokumentieren.
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