Sonntag, 13. Januar 2008

Aufwandsaufnahme

Und wieder ist es Sonntag, und ich sitze in Budapest. Das ist nicht weiter kritisch, denn langsam lebe ich mich hier wieder ein. Ungarisch zu sprechen fällt mir erstaunlich leicht, auch wenn der Zahn der Abwesenheit ein wenig an meiner Vokabelflexibilität genagt hat, aber immerhin verstehe ich inzwischen das meistes was mir die bunten Werbetafeln in der Metro entgegenwerfen, zumindestens dafür reicht es also schon. Um an den vorherigen Eintrag anzuschließen, ich werde keinen Intensivkurs belegen, da er a) zu teuer und b) zu langsam für meine Zwecke ist. Da ich bis zum Start des regulären Semesters noch etwa einen Monat Zeit habe ist hier also Selbststudium angesagt.

Gestern war ich schon wieder in der Bibliothek der Akademie und habe mich auf meinen ersten Unitag (morgen!) vorbereitet. Berkeley gefällt mir beim Wiederlesen sehr gut und ist deutlich strukturierter als Herr Locke, aber das wird sicherlich kaum jemanden überraschen. In der Zwischenzeit sind auch andere unserer kleinen Erasmusgemeinschaft zurückgekommen, so dass ich Freitag Abend zum Abendessen geladen war, bei Kati und Ferran, was sich auf der fernen Budaseite befindet. Auf seiner Heimreise ins katalonische Land hat Ferran ein gesamtes Schweinebein tranchieren lassen, so dass sich wunderhübsch dunkelrot glänzende Scheiben Schinken ergeben haben. Das war ungemein lecker, aber jetzt habe ich den starken Bedarf nach einigen vegetarischen Wochen. Oder Monaten.

Seit ich wieder hier bin habe ich noch zwei weitere Teehäuser ausprobiert. Interessanterweise befinden sich alle in der Jokai utca, die direkt hinter dem Oktogon liegt (wer Budapest kennt weiß wovon ich spreche). Nach dem Eislaufen am Donnerstag war ich im roten Löwen, was relativ unatmosphärisch ist, aber sehr esoterisch und guten Tee servierend, vorgestern in einem anderen, dessen Namen ich vergessen habe, das ebenfalls einen vorgelagerten Esoterikladen besitzt und das wohl scheinbar auf Wasserpfeifen spezialisiert ist. Nach weiteren Testdurchläufen werde ich gerne ein Rating abgeben, aber bisher kann ich auf jeden Fall sagen dass mich kein Teehaus in Deutschland sonderlich beeindruckt hat, habe ich aber auch nicht wirklich nach gesucht. Heute spielte ich mit dem Gedanken noch das House of Terror aufzusuchen, irgendwann einmal war es Sonntags frei, aber ich habe schon mit Schrecken erfahren dass sich diese komfortable Regelung nun geändert hat, zumindestens in anderen Museen. Mal schaun.

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