Wenn heute nicht der Vortrag über Hermetismus im 17. Jahrhundert ausgefallen wäre, dann würde ich wahrscheinlich nicht hier sitzen und Blog schreiben. Was aber nicht ganz stimmt, denn der Vortrag finge erst um 10 an, aber wahrscheinlich würde ich die Zeit anderweitig verplempern. Insofern basiert die Existenz dieses Eintrags auf einem Nichteingetreten sein eines anderen Ereignisses, beziehungsweise, wäre dieses Ereignis wie geplant eingetreten, wäre nun etwas anderes der Fall, als es nun ist.
Es liegt wieder eine angenehme Woche hinter mir, die ich fast ausschließlich in Budapest verbracht habe. Ein paar Sachen sind dabei inzwischen vertrauter, das Ninjutsu Training, mein Montagskurs an der CEU, Budapest das sich langsam auf den Frühling einstimmt (aber nur ganz langsam).
Neu war unter anderem ein Ausflug nach Visegrad. Visegrad liegt am Donauknie, zwischen Szentendre, worüber ich in meinem letzten Eintrag ein paar Andeutungen gemacht habe, und Esztergom, wo wir in grauer Vorzeit einmal einen Ausflug hin unternommen haben. Alle diese Orte haben es gemeinsam, dass sie sehr prominent am Wasser gebaut sind. Szentendre hat seine eigene Insel, die sich über Kilometer in der Mitte der Donau befindet und sie damit in Szentendrische und reguläre Donau spaltet, Visegrad und Esztergom haben zwar keine Insel, dafür aber Bauwerke, die eindrucksvoll über den Flusslauf blicken. In Esztergom steht dann über der majestätischen Basilika, an deren Kopfstück "Caput, mater et magister ecclesiarum hungariae" geschrieben steht. Diese Hochwürden hat sie aber auch verdient.
Nach Visegrad kamen wir, von Leányfalu aus quer durch den Wald und die Visegrader Hügel. Diese Wanderung machte in etwa 20 Kilometer aus, also waren wir zu viert etwa vier Stunden unterwegs mit einigen Verweilmomenten an schönen Ausblicken über das Flachland und einigen Beschwerdemomenten über die Wegverhältnisse. Die schlimmsten Strecken waren die Wege die für Fahrradfahrer ausgezeichnet waren. Meistens handelte es sich um zwei Traktorspuren, tief in den Waldboden eingegraben, die aufgrund der Regenfälle, die sich natürlich in diesen Spuren sammeln, zutiefst vermatscht waren. Warum dies so sein musste, dafür habe ich eine Theorie.
An einem unserer ersten Aussichtspunkte radelte mit den letzten Zügen, mit dem Stolz eines selbstbewussten Siegers, ein Mountainbiker herbei. Das sah schon eindrucksvoll aus, seine professionelle Kluft, der Dreck, von dem sein Outfit starrte. Er radelte zunächst an uns vorbei, auf die offene Wiese, direkt vor dem Aussichtspunkt, quasi mitten ins Blickfeld. Dort ließ er sein Rad zu Boden, schnaufte einmal tief durch, streckte sich und blickte in den Horizont. Nun frage ich mich: Wie eindrucksvoll wäre dieser Auftritt gewesen, hätte unser lieber "Biker" nicht die Schmutzspuren aufweisen können, die Garantie dafür, dass er harte Straßen mit übermenschlicher Kraft gerade so gemeistert hat? Hätte er dann ebenfalls ins Blickfeld stolzieren können, mit der Garantie, alle Blicke auf sich zu ziehen? Ich denke nicht. Die schmutzigen Straßen sind unbedingte Voraussetzung für Selbstdarstellungen dieser Art. Deswegen sind sie in solch schlechtem Zustand, was Fußgänger kaum erfreuen wird.
Der Endpunkt in Visegrad kompensierte aber für diese Strapazen. Wir hatten einen wunderbaren Blick über die Donau, der auch fotographisch festgehalten wurde. Danke an dieser Stelle an Magda fürs Einfangen (die neue; tatsächlich ist eine zweite Magda nach Budapest gekommen, die ebenfalls Medizin studiert, aus Polen kommt, und Magda heißt. Zufälle gibt es ...). In Visegrad haben wir auch in einem Renaissance-Restaurant gegessen, mit "men in tights and silly hats", aber es wäre zu lang daraus noch eine Geschichte zu stricken.

Es liegt wieder eine angenehme Woche hinter mir, die ich fast ausschließlich in Budapest verbracht habe. Ein paar Sachen sind dabei inzwischen vertrauter, das Ninjutsu Training, mein Montagskurs an der CEU, Budapest das sich langsam auf den Frühling einstimmt (aber nur ganz langsam).
Neu war unter anderem ein Ausflug nach Visegrad. Visegrad liegt am Donauknie, zwischen Szentendre, worüber ich in meinem letzten Eintrag ein paar Andeutungen gemacht habe, und Esztergom, wo wir in grauer Vorzeit einmal einen Ausflug hin unternommen haben. Alle diese Orte haben es gemeinsam, dass sie sehr prominent am Wasser gebaut sind. Szentendre hat seine eigene Insel, die sich über Kilometer in der Mitte der Donau befindet und sie damit in Szentendrische und reguläre Donau spaltet, Visegrad und Esztergom haben zwar keine Insel, dafür aber Bauwerke, die eindrucksvoll über den Flusslauf blicken. In Esztergom steht dann über der majestätischen Basilika, an deren Kopfstück "Caput, mater et magister ecclesiarum hungariae" geschrieben steht. Diese Hochwürden hat sie aber auch verdient.
Nach Visegrad kamen wir, von Leányfalu aus quer durch den Wald und die Visegrader Hügel. Diese Wanderung machte in etwa 20 Kilometer aus, also waren wir zu viert etwa vier Stunden unterwegs mit einigen Verweilmomenten an schönen Ausblicken über das Flachland und einigen Beschwerdemomenten über die Wegverhältnisse. Die schlimmsten Strecken waren die Wege die für Fahrradfahrer ausgezeichnet waren. Meistens handelte es sich um zwei Traktorspuren, tief in den Waldboden eingegraben, die aufgrund der Regenfälle, die sich natürlich in diesen Spuren sammeln, zutiefst vermatscht waren. Warum dies so sein musste, dafür habe ich eine Theorie.
An einem unserer ersten Aussichtspunkte radelte mit den letzten Zügen, mit dem Stolz eines selbstbewussten Siegers, ein Mountainbiker herbei. Das sah schon eindrucksvoll aus, seine professionelle Kluft, der Dreck, von dem sein Outfit starrte. Er radelte zunächst an uns vorbei, auf die offene Wiese, direkt vor dem Aussichtspunkt, quasi mitten ins Blickfeld. Dort ließ er sein Rad zu Boden, schnaufte einmal tief durch, streckte sich und blickte in den Horizont. Nun frage ich mich: Wie eindrucksvoll wäre dieser Auftritt gewesen, hätte unser lieber "Biker" nicht die Schmutzspuren aufweisen können, die Garantie dafür, dass er harte Straßen mit übermenschlicher Kraft gerade so gemeistert hat? Hätte er dann ebenfalls ins Blickfeld stolzieren können, mit der Garantie, alle Blicke auf sich zu ziehen? Ich denke nicht. Die schmutzigen Straßen sind unbedingte Voraussetzung für Selbstdarstellungen dieser Art. Deswegen sind sie in solch schlechtem Zustand, was Fußgänger kaum erfreuen wird.
Der Endpunkt in Visegrad kompensierte aber für diese Strapazen. Wir hatten einen wunderbaren Blick über die Donau, der auch fotographisch festgehalten wurde. Danke an dieser Stelle an Magda fürs Einfangen (die neue; tatsächlich ist eine zweite Magda nach Budapest gekommen, die ebenfalls Medizin studiert, aus Polen kommt, und Magda heißt. Zufälle gibt es ...). In Visegrad haben wir auch in einem Renaissance-Restaurant gegessen, mit "men in tights and silly hats", aber es wäre zu lang daraus noch eine Geschichte zu stricken.

