Rund einen Monat ist mein letzter Eintrag her, und ich habe diese Zeit sehr intensiv verbracht. Heute Morgen ist Felix abgeflogen, mit dem ich hier eine knappe, wunderbare Woche verlebt habe. Am Sonntag sind wir nach Visegrád gewandert, wo ich schon anderswann war, aber eine so eindrucksvolle, lebensfrohe Natur auf dem Weg habe ich noch nicht gesehen. Wir waren beide unglaublich beeindruckt, haben uns an einem Hochpunkt, von dem das Tal der aus Österreich kommenden Donau besonders klar im Sichtfeld liegt, in die Sonne gesetzt und einfach den Tag genossen. Davon kam nun auch der erste Sonnenbrand des Jahres, aber es war eine würdige Stelle dafür. Danach haben wir im mittelalterlichen Restaurant diniert, das auch einige andere Besucher schon genießen konnten, und das ich immer wieder gerne besuche - wegen der großen Portionen, der Beilagen, die sogar - im Gegensatz zu sonstigen madscharischen Sitten - Gemüse beinhalten, und des aufmerksamen Service wegen. Ganz abgesehen davon, dass damit eine Reise nach Visegrád meist sehr erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Heute stehe ich also wieder ein wenig alleine da und darf meine Tage neu sortieren, was ich gerne tue. Das Besuchtwerden ist eine tolle Sache, und ich habe jeden einzelnen Tag mit meinen Gästen genossen, aber im Ganzen handelte es sich doch um eine ziemliche Invasion, da ja auch alle sich die schönste Reisezeit nach Budapest, nämlich den Frühling, herausgepickt haben. Im Winter ist es meistens dunkel hier, im Sommer wird es langsam unerträglich heiß - die letzte Woche hatten wir schon über 20 Grad an einigen Tagen, was mich natürlich mitleidig Deutschland gegenüber stimmt, wo es angeblich wieder Schnee geben soll.
Im Laufe der Zeit hat sich mein Verständnis von Touristenführung weiterentwickelt. Inzwischen habe ich eine Theorie, wozu man nach Budapest kommen sollte. Und so materialistisch es klingt: In Budapest geht es um Konsum. Das bedeutet vor allen Dingen, dass es sich nicht unbedingt lohnt, aus Budapest etwas mitzubringen. Weder die Volkskust noch die kulinarischen Spezialitäten rechtfertigen im Normalfall, damit sein Gewicht zu beschweren. Wenn man nach Budapest kommt, dann sollte man essen, trinken, einsaugen was man kann. Das beginnt mit den Kaffee- und Teehäusern. So guten Kuchen und so günstige Teespezialitäten bekommt man selten. Zum Mittagstisch kann man günstig indisch / ungarisch / voll vegetarisch essen gehen. Am Nachmittag in einem Thermalbad absacken. Zum Abend entweder auf das Partyschiff A38 oder in den Palast der Künste, wo Studenten besondere Eintrittstickets für 80 Eurocent erhalten. Den ganzen Tag wandelt man durch die wunderbare alte Bausubstanz, von der man nicht absehen könnte was sie bewirkte, würde sie vollständig renoviert und aufgemöbelt - vor dem Glanz müsste man vollständig erstarren in Staunen, und so würde Budapest zu einer Stadt der gefrorenen Statuen, in verschiedenen Stadien des Geblendetseins auf der Straße verblieben. Da wir aber nicht wollen, dass das passiert, begnügen wir uns damit, dass die Stadt ihren morbiden Charme weiter ausstrahlt.
Heute stehe ich also wieder ein wenig alleine da und darf meine Tage neu sortieren, was ich gerne tue. Das Besuchtwerden ist eine tolle Sache, und ich habe jeden einzelnen Tag mit meinen Gästen genossen, aber im Ganzen handelte es sich doch um eine ziemliche Invasion, da ja auch alle sich die schönste Reisezeit nach Budapest, nämlich den Frühling, herausgepickt haben. Im Winter ist es meistens dunkel hier, im Sommer wird es langsam unerträglich heiß - die letzte Woche hatten wir schon über 20 Grad an einigen Tagen, was mich natürlich mitleidig Deutschland gegenüber stimmt, wo es angeblich wieder Schnee geben soll.
Im Laufe der Zeit hat sich mein Verständnis von Touristenführung weiterentwickelt. Inzwischen habe ich eine Theorie, wozu man nach Budapest kommen sollte. Und so materialistisch es klingt: In Budapest geht es um Konsum. Das bedeutet vor allen Dingen, dass es sich nicht unbedingt lohnt, aus Budapest etwas mitzubringen. Weder die Volkskust noch die kulinarischen Spezialitäten rechtfertigen im Normalfall, damit sein Gewicht zu beschweren. Wenn man nach Budapest kommt, dann sollte man essen, trinken, einsaugen was man kann. Das beginnt mit den Kaffee- und Teehäusern. So guten Kuchen und so günstige Teespezialitäten bekommt man selten. Zum Mittagstisch kann man günstig indisch / ungarisch / voll vegetarisch essen gehen. Am Nachmittag in einem Thermalbad absacken. Zum Abend entweder auf das Partyschiff A38 oder in den Palast der Künste, wo Studenten besondere Eintrittstickets für 80 Eurocent erhalten. Den ganzen Tag wandelt man durch die wunderbare alte Bausubstanz, von der man nicht absehen könnte was sie bewirkte, würde sie vollständig renoviert und aufgemöbelt - vor dem Glanz müsste man vollständig erstarren in Staunen, und so würde Budapest zu einer Stadt der gefrorenen Statuen, in verschiedenen Stadien des Geblendetseins auf der Straße verblieben. Da wir aber nicht wollen, dass das passiert, begnügen wir uns damit, dass die Stadt ihren morbiden Charme weiter ausstrahlt.
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