Mittwoch, 28. November 2007

Geburtstagsfreuden

Gestern bin ich also 25 geworden. Und die Welt hat sich dennoch weitergedreht. Der Tag begann bereits um zwei nach zwölf, als meine Mitbewohnerin Magda mit einem Schokoladenkuchen und fünf darum dekorierten Teelichtern mein Zimmer betrat.

Tagsüber habe ich dann gemacht, wozu ich sonst keine Zeit finde, in diesem Fall: Kürbissuppe kochen. Mit Paprika, Ingwer, Zitrone, genau das richtige für die - doch etwas kälter gewordenen - Budapester Wintertage. Zwischendrin kam noch ein Paket aus Deutschland an, von meinem Herrn Vater, das mich auch sehr erfreut hat. Anbei lag ein Brief aus ungarischen Sätzen. Ich freute mich schon sehr, dass mein alter Herr meinem Beispiel folgte und auch etwas Ungarisch lernte, es handelte sich aber bei genauerem Hinsehen um Sätze aus dem beigefügten Sprachführer, mit einigen putzigen Verschreibern. Bereits einige Tage vorher war mein "Geschenk" aus Tübingen angekommen: Kasia hatte mir bei meinem Besuch um Februar eine Probe ihrer Strickkunst versprochen und inzwischen werde ich von einem sehr hübsch blau-weiß-grau gemusterten Schal warm gehalten.

Dienstags habe ich ansonsten Metaphysikvorlesung und Sprachkurs, beides lief recht ereignislos, bis auf einen Fall von "Cocktail oder Pizza" im Kurs, der aber für die Mitwelt nicht unbedingt von Belang ist. Danach hatten wir eigentlich ein kleines Abendessen bei uns in der Wohnung geplant. Bereits bei anderen Gelegenheiten habe ich bestimmt erwähnt, dass sowas nie klappt. Die zweite Magda, die polnische, hatte auch einen Kuchen vorbereitet (irgendwie muss es am Namen liegen), und ein Treffen mit dem zweiten Geburtstagskind, Fatima, organisiert, wo dann noch ganz viele andere Leute dazukommen sollten. Wie Logistik so ist, die einzige Möglichkeit für mich, Freunde, Kuchen und Suppe zu verbinden war, sie in unsere Wohnung einzuladen. Dort fand sich also nach und nach das übliche dutzend Gäste ein.

Auch wenn ich inzwischen ein wenig überrascht bin von der Unmöglichkeit, nur zu dritt zu Abend zu essen, fand ich das ganze doch irgendwie schön, soviele liebe Glückwünsche und noch einige sehr passende Geschenke. Zu nennen: Eine Tafel Karamelschokolade von Judith, und mein persönliches Highlight des Tages von meinen Mitbewohnern. Sie heißt Hering mit Nachnahmen, kommt aus Brasilien, befindet sich in einem glänzenden Zustand, braucht relativ wenig Pflege und macht wunderbare Laute: Meine neue Mundharmonika! Somit steht meiner Karriere als Bob Dylan von Ungarn nicht mehr viel im Weg, nur müsste ich noch lernen, während des Gitarrespielens zu singen. Das ganze erstreckte sich dann bis kurz nach zwölf, so dass mein Geburtstag auch schon wieder vorüber war. Ich habe mich sehr über die vielen guten Wünsche gefreut, die mich per Email, StudiVZ, Brief, Telefon und persönliche Handgebe erreicht haben.

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