Diesmal ohne anstößiges Gedicht, aber mit rascher Erklärung: Die tollkühne Ankündigung, dass ich den zweiten Teil der Reise bald veröffentliche konnte ich leider nicht halten. In der Zwischenzeit habe ich eineinhalb Wochen Zeit in Deutschland verbracht und dabei wenig Zeit und Muße gehabt, meine Budapester Geschichten weiter zu führen. Als kleine Entschädigung werde ich zumindestens versuchen, die Bilder von unserer Bükk-Reise in meinen Besitz zu bringen und der Öffentlichkeit zukommen zu lassen.
Aber der Reihe nach. Am zweiten Tag unserer Hügelreise pendelten wir in aller Frühe nach Silvásvárad. Unterwegs noch ein wenig Panik, denn der Bahnhof war um die Ecke, aber nicht so um die Ecke, und die Gruppe war wach, aber noch nicht so wach und vor allen Dingen so dynamisch wie eben nur eine Gruppe von mehr als drei Personen es sein kann. Auf die Tickets geworfen, in den Zug gehechtet, und die Sandwichproduktion angeworfen die uns schon am Vorabend vor dem Hungertod gerettet hatte. Dem Schaffner entlockt unsere Manufaktur höchstens ein mitleidiges Lächeln, aber er weist uns freundlich darauf hin, dass es in Szilvásvárad zwei Bahnstationen gibt, wir entscheiden uns für die erste, die schneller in die Berge führt und danken recht freundlich.
In Szilvásvárad angekommen sind wir endlich dort, wo wir hinwollten. In klirrender Kälte am Fuß der Hügel, die sich hier durch die Landschaft ziehen. Die Sonne scheint, der Atem gefriert, wir machen uns auf den Weg. Auf einer Allee dann der erste Gruß der Hügel: Ein Windstoß streift die nur lose hängenden, gelb-getrocketen langförmigen Blätter und in einem taumelnden Regen trudeln sie vor uns zu Boden in einem bunt-fröhlichen Schauspiel. Davon aufgemuntert geben wir uns dem Weg hin. Am Anfang führt er uns auf die Höhe von etwa 800 Metern, über recht steile Serpentinen, teils mit Laubmatsch, teils mit rund-eckigen Steinen bedeckt, die das Gehen einerseits ermöglichen, andererseits aber auch etwas schwieriger machen. Wir pausieren hin und wieder, entsorgen den Proviant, der uns die Beutel schwer macht, und erklimmen den Höhenzug. Hin und wieder locken Sonnenstreifen die uns deuten, warum wir hier sind und uns weiter willkommen heißen.
Als die Höhe gewonnen ist geht es recht zügig und bequem weiter - nur zwischendurch müssen wir uns für ein Gruppenbild in den Wald fügen. Xabi, der seine Kamera aktiviert und zu uns sprintet, wirft mich mit seiner Auflehnung fast um, aber die Formation hält und das Bild gelingt entsprechend. Zu Mittag sind wir in Bánkút, etwa auf 2 / 5 der Strecke und kehren im weißen Adler (fehér sas) ein. Dort erfahre ich, wie sich die Ungarn die Spaghetti in Milan vorstellen: Mit Ketchup und Speckstücken. Über diesen Delikatessen entspinnt sich leider eine weniger schmackhafte Diskussion: Weitergehen, Bus suchen? Die Befürchtung wächst, dass wir es nicht mehr rechtzeitig nach Miskolc schaffen, dass wir im Dunkeln steile Abhänge herabpurzeln werden und dabei Kopf, Hals und Designersonnenbrille riskieren.
Mir geht die Diskussion auf die Nerven: Wir haben uns entschieden, wandern zu gehen, der Tag ist jung, der Weg ab jetzt flach oder bergab. Klar, andere haben andere Schmerzgrenzen, aber bei einer Wanderung mittags zu bemerken dass man Ewigkeiten keine fünf Kilometer einen Fuß vor den anderen gesetzt hat grenzt doch ein wenig an Arbeitsverweigerung. Bald löst sich das Problem mit einer einfachen 3 zu 3 Aufteilung. Judith, Magda und ich setzen auf dem Wanderweg fort, der Rest fährt Bus und organisiert schon einmal eine Unterkunft.
Der Rest des Wegs wird wunderschön. Zu dritt kann laufen, reden, noch Kekse am spiegelnden See essen. Dabei nehme ich es den Steinen auch nicht übel, dass sie sich auf der Landstraße gegen mich verschwören und sich selbstmörderisch vor meine Füße werfen. Wir passieren noch ein Märchenschloss, das sich Hotel nennt, klauen Plätze in einem Bus und sind schon in Miskolc, Nummer drei unter den ungarischen Städten. [Teil 3 folgt, bestimmt!]
Aber der Reihe nach. Am zweiten Tag unserer Hügelreise pendelten wir in aller Frühe nach Silvásvárad. Unterwegs noch ein wenig Panik, denn der Bahnhof war um die Ecke, aber nicht so um die Ecke, und die Gruppe war wach, aber noch nicht so wach und vor allen Dingen so dynamisch wie eben nur eine Gruppe von mehr als drei Personen es sein kann. Auf die Tickets geworfen, in den Zug gehechtet, und die Sandwichproduktion angeworfen die uns schon am Vorabend vor dem Hungertod gerettet hatte. Dem Schaffner entlockt unsere Manufaktur höchstens ein mitleidiges Lächeln, aber er weist uns freundlich darauf hin, dass es in Szilvásvárad zwei Bahnstationen gibt, wir entscheiden uns für die erste, die schneller in die Berge führt und danken recht freundlich.
In Szilvásvárad angekommen sind wir endlich dort, wo wir hinwollten. In klirrender Kälte am Fuß der Hügel, die sich hier durch die Landschaft ziehen. Die Sonne scheint, der Atem gefriert, wir machen uns auf den Weg. Auf einer Allee dann der erste Gruß der Hügel: Ein Windstoß streift die nur lose hängenden, gelb-getrocketen langförmigen Blätter und in einem taumelnden Regen trudeln sie vor uns zu Boden in einem bunt-fröhlichen Schauspiel. Davon aufgemuntert geben wir uns dem Weg hin. Am Anfang führt er uns auf die Höhe von etwa 800 Metern, über recht steile Serpentinen, teils mit Laubmatsch, teils mit rund-eckigen Steinen bedeckt, die das Gehen einerseits ermöglichen, andererseits aber auch etwas schwieriger machen. Wir pausieren hin und wieder, entsorgen den Proviant, der uns die Beutel schwer macht, und erklimmen den Höhenzug. Hin und wieder locken Sonnenstreifen die uns deuten, warum wir hier sind und uns weiter willkommen heißen.
Als die Höhe gewonnen ist geht es recht zügig und bequem weiter - nur zwischendurch müssen wir uns für ein Gruppenbild in den Wald fügen. Xabi, der seine Kamera aktiviert und zu uns sprintet, wirft mich mit seiner Auflehnung fast um, aber die Formation hält und das Bild gelingt entsprechend. Zu Mittag sind wir in Bánkút, etwa auf 2 / 5 der Strecke und kehren im weißen Adler (fehér sas) ein. Dort erfahre ich, wie sich die Ungarn die Spaghetti in Milan vorstellen: Mit Ketchup und Speckstücken. Über diesen Delikatessen entspinnt sich leider eine weniger schmackhafte Diskussion: Weitergehen, Bus suchen? Die Befürchtung wächst, dass wir es nicht mehr rechtzeitig nach Miskolc schaffen, dass wir im Dunkeln steile Abhänge herabpurzeln werden und dabei Kopf, Hals und Designersonnenbrille riskieren.
Mir geht die Diskussion auf die Nerven: Wir haben uns entschieden, wandern zu gehen, der Tag ist jung, der Weg ab jetzt flach oder bergab. Klar, andere haben andere Schmerzgrenzen, aber bei einer Wanderung mittags zu bemerken dass man Ewigkeiten keine fünf Kilometer einen Fuß vor den anderen gesetzt hat grenzt doch ein wenig an Arbeitsverweigerung. Bald löst sich das Problem mit einer einfachen 3 zu 3 Aufteilung. Judith, Magda und ich setzen auf dem Wanderweg fort, der Rest fährt Bus und organisiert schon einmal eine Unterkunft.
Der Rest des Wegs wird wunderschön. Zu dritt kann laufen, reden, noch Kekse am spiegelnden See essen. Dabei nehme ich es den Steinen auch nicht übel, dass sie sich auf der Landstraße gegen mich verschwören und sich selbstmörderisch vor meine Füße werfen. Wir passieren noch ein Märchenschloss, das sich Hotel nennt, klauen Plätze in einem Bus und sind schon in Miskolc, Nummer drei unter den ungarischen Städten. [Teil 3 folgt, bestimmt!]
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