Neue Bilder!
Dass ich heute morgen noch dachte, dass dieser Tag nichts wird, hat wenig verhindert: Sogar schreibe ich noch ein paar Zeilen auf diese Webseite, aus schlechtem Gewissen oder aus hyperaktivem Überschwang, ewig wird es verborgen bleiben. Um diesem Sentiment genauer zu definieren, das früh im Bett entstand und dem noch ein Universitätstag, der erst mittags um eins beginnt, zugute kam, ein Blick aufs Wochenende.
Am Freitag habe ich wieder ein wunderbares Konzert besucht. Dieser Blog ist keine Rezensionsveranstaltung, aber sollte sich in näherer Zeit Vadim Gluzman in eurer Stadt befinden und ein Violinkonzert spielen, dann geht hin! Der Mann hat einen einfach wunderbaren Ton, eine schöne alte Stradivari, ein sehr kontrolliertes Vibrato, einen hellen aber keinen fiepsenden Geigenklang. Ich habe ihn mit dem Beethovenkonzert gehört und war ungemein angetan (nur die Kadenzen ... vielleicht bin ich zu sehr Kreisler gewöhnt, aber die Stelle, wo beide Themen gegenläufig erklingen ist wirklich sehr gut gemacht). Dagegen fiel das Mendelssohn Oktett, dass das ebenfalls anwesende Kammerorchester spielte, leider etwas ab, gegen die Wucht des vierzigminütigen D-Dur-Monsters. Bei der Gelegenheit habe ich auch zum ersten Mal ein Konzert im sogenannten "mupa" gehört, im müvészetek palotája, also quasi im Palast der schönen Künste. Der Konzertsaal ist wunderbar und neu, und vielleicht der höchste den ich bis jetzt bereist habe. Die Studentenplätze, die 200 Forint kosten (das ist nichtmal ein Euro) befinden sich auf dem dritten Rang und sind Stehplätze (außer man findet sich damit ab, nichts zu sehen, und setzt sich fern des dräuenden Abgrunds auf eine Bank), aber an sich ist Stehen eine schöne Form, ein Konzert zu hören. Man kann sich wiegen, ein wenig schwanken, den Schwindel der Höhe genießen und dennoch alles mitbekommen. Am Donnerstag will ich - technisch gesehen - wieder hin, da kommt der alte Jazzlöwe Keith Jarrett, dem ich dann aus dem dritten Stock auf die wachsende Glatze spucken kann.
Aber das war nur der Anfang. Danach begab ich mich zu Magda, die am Déak Ferenc in einer verwinkelten eklektischen Wohnung wohnt, zu Film, Sandwich und Pokerspiel. Wir sahen "Kontroll", einen preisgekrönten ungarischen Film, der in der verfremdeten Metro spielt. Die Budapester Metro ist tatsächlich eine Erfahrung für sich, wie auf einigen meiner Bilder zu erahnen geht es dort immer sehr steil nach unten (bis auf in der Linie 1, aber die wurde 1896 erbaut, das zählt nicht). Unten fühlt man sich ausgesondert und atomkriegssicher, und dieses Szenario beutet der Film hemmungslos aber doch recht stilvoll aus. Wer mich und Poker kennt weiß dass ich mich über den Poker-Wahn der Deutschland inzwischen befallen hat bis dato nur mokiert habe, wer mich genauer kennt weiß dass ich ein Spieler bin und daher eigentlich nur das verdamme dem ich nicht verfallen will. Heute abend ging es zum Glück nur um Rosinen und Sonnenblumenkerne (1:2, also small blind Sonnenblume, big blind Rosine) mit der schier unerfüllbaren Aufgabe, sich beim Essen der Chips zurückzuhalten. Ich gab mein bestes um nicht allzusehr zu gewinnen und setzte mein freundlichstes "Ja ich habe wirklich zwei Paare"-Lächeln auf.
Dann war es spät, aber nicht zu spät, noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Vom déak ferenc ist es nicht sonderlich weit zur Donau, sobald man mal da ist kann man auch die Brücke überqueren, und wenn man schonmal drüben ist, so ist auch der Burghügel nicht weit. Also kletterten wir um vier Uhr morgens auf die Budapester Burg hoch und warfen einen Blick auf die wabernden Lichter der langsam wieder erwachenden Großstadt (sehr langsam, war ja schließlich Samstag). Ganz hübsch. Um sechs dann ins Bett gefallen und geschlafen bis der Kaffee fertig war.
Samstag abend habe ich eine kleine Party einer Mitleidenden aus dem Sprachkurs besucht, wo die Hälfte aus Psychologiestudenten des ersten Semesters und die andere aus ungarischen Rugbyspielern bestand. Ein explosives Gemisch? Nun, nicht mehr als die total versüsste Pizza, wobei mir klarer wurde, warum die Ungarn sie nur mit Ketchup ertragen. Schokofondue nicht vergessen, und dann der Rückweg aus dem Bunker durch den achten Bezirk. Dort wohnen angeblich besonders viele Gipsies, passieren die meisten Überfälle, dort findet das wahre Bronxleben Budapests statt. Um zwei Uhr da durch, am Friedhof entlang zu gehen war schon ein gewisser Kick. Zuhause treffe ich dann Magda#2 (meine Mitbewohnerin), die mich fragt was ich am Sonntag mache. Ich antworte natürlichfleißig studieren "nichts" und werde mit dem Vorschlag konfrontiert, nach Bratislawa zu fahren, um acht Uhr morgens - natürlich stimme ich zu. Dort landet nämlich Kiwi-Andrew, Neuseeländer auf der Mission ganz Europa zu bereisen und gegenwärtig Student an der Uni Uppsala. Mehr zum Clash of Civilizations und was wirklich in Bratislava los ist - im nächsten Eintrag!
Dass ich heute morgen noch dachte, dass dieser Tag nichts wird, hat wenig verhindert: Sogar schreibe ich noch ein paar Zeilen auf diese Webseite, aus schlechtem Gewissen oder aus hyperaktivem Überschwang, ewig wird es verborgen bleiben. Um diesem Sentiment genauer zu definieren, das früh im Bett entstand und dem noch ein Universitätstag, der erst mittags um eins beginnt, zugute kam, ein Blick aufs Wochenende.
Am Freitag habe ich wieder ein wunderbares Konzert besucht. Dieser Blog ist keine Rezensionsveranstaltung, aber sollte sich in näherer Zeit Vadim Gluzman in eurer Stadt befinden und ein Violinkonzert spielen, dann geht hin! Der Mann hat einen einfach wunderbaren Ton, eine schöne alte Stradivari, ein sehr kontrolliertes Vibrato, einen hellen aber keinen fiepsenden Geigenklang. Ich habe ihn mit dem Beethovenkonzert gehört und war ungemein angetan (nur die Kadenzen ... vielleicht bin ich zu sehr Kreisler gewöhnt, aber die Stelle, wo beide Themen gegenläufig erklingen ist wirklich sehr gut gemacht). Dagegen fiel das Mendelssohn Oktett, dass das ebenfalls anwesende Kammerorchester spielte, leider etwas ab, gegen die Wucht des vierzigminütigen D-Dur-Monsters. Bei der Gelegenheit habe ich auch zum ersten Mal ein Konzert im sogenannten "mupa" gehört, im müvészetek palotája, also quasi im Palast der schönen Künste. Der Konzertsaal ist wunderbar und neu, und vielleicht der höchste den ich bis jetzt bereist habe. Die Studentenplätze, die 200 Forint kosten (das ist nichtmal ein Euro) befinden sich auf dem dritten Rang und sind Stehplätze (außer man findet sich damit ab, nichts zu sehen, und setzt sich fern des dräuenden Abgrunds auf eine Bank), aber an sich ist Stehen eine schöne Form, ein Konzert zu hören. Man kann sich wiegen, ein wenig schwanken, den Schwindel der Höhe genießen und dennoch alles mitbekommen. Am Donnerstag will ich - technisch gesehen - wieder hin, da kommt der alte Jazzlöwe Keith Jarrett, dem ich dann aus dem dritten Stock auf die wachsende Glatze spucken kann.
Aber das war nur der Anfang. Danach begab ich mich zu Magda, die am Déak Ferenc in einer verwinkelten eklektischen Wohnung wohnt, zu Film, Sandwich und Pokerspiel. Wir sahen "Kontroll", einen preisgekrönten ungarischen Film, der in der verfremdeten Metro spielt. Die Budapester Metro ist tatsächlich eine Erfahrung für sich, wie auf einigen meiner Bilder zu erahnen geht es dort immer sehr steil nach unten (bis auf in der Linie 1, aber die wurde 1896 erbaut, das zählt nicht). Unten fühlt man sich ausgesondert und atomkriegssicher, und dieses Szenario beutet der Film hemmungslos aber doch recht stilvoll aus. Wer mich und Poker kennt weiß dass ich mich über den Poker-Wahn der Deutschland inzwischen befallen hat bis dato nur mokiert habe, wer mich genauer kennt weiß dass ich ein Spieler bin und daher eigentlich nur das verdamme dem ich nicht verfallen will. Heute abend ging es zum Glück nur um Rosinen und Sonnenblumenkerne (1:2, also small blind Sonnenblume, big blind Rosine) mit der schier unerfüllbaren Aufgabe, sich beim Essen der Chips zurückzuhalten. Ich gab mein bestes um nicht allzusehr zu gewinnen und setzte mein freundlichstes "Ja ich habe wirklich zwei Paare"-Lächeln auf.
Dann war es spät, aber nicht zu spät, noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Vom déak ferenc ist es nicht sonderlich weit zur Donau, sobald man mal da ist kann man auch die Brücke überqueren, und wenn man schonmal drüben ist, so ist auch der Burghügel nicht weit. Also kletterten wir um vier Uhr morgens auf die Budapester Burg hoch und warfen einen Blick auf die wabernden Lichter der langsam wieder erwachenden Großstadt (sehr langsam, war ja schließlich Samstag). Ganz hübsch. Um sechs dann ins Bett gefallen und geschlafen bis der Kaffee fertig war.
Samstag abend habe ich eine kleine Party einer Mitleidenden aus dem Sprachkurs besucht, wo die Hälfte aus Psychologiestudenten des ersten Semesters und die andere aus ungarischen Rugbyspielern bestand. Ein explosives Gemisch? Nun, nicht mehr als die total versüsste Pizza, wobei mir klarer wurde, warum die Ungarn sie nur mit Ketchup ertragen. Schokofondue nicht vergessen, und dann der Rückweg aus dem Bunker durch den achten Bezirk. Dort wohnen angeblich besonders viele Gipsies, passieren die meisten Überfälle, dort findet das wahre Bronxleben Budapests statt. Um zwei Uhr da durch, am Friedhof entlang zu gehen war schon ein gewisser Kick. Zuhause treffe ich dann Magda#2 (meine Mitbewohnerin), die mich fragt was ich am Sonntag mache. Ich antworte natürlich
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